Öffentliche Abendveranstaltung der Bürgerinitiative Gegenwind im Oderbruch:



Schützt die Kulturlandschaft Oderbruch

Hitzige Debatte um erneuerbare Energien
Neulewin (21.02.2013 MOZ) Die Energiewende hat eine kontroverse Debatte entfacht. Das war auch am Dienstagabend in Neulewin zu spüren. Die Bürgerinitiative "Gegenwind im Oderbruch" hatte geladen und gut 50 Interessierte waren gekommen: Anwohner, Aktivisten, Fachleute und Politiker. Die Emotionen schlugen hoch im Gemeindehaus. Moderatorin und Initiativen-Begründerin Hannelore Scholz-Lübbering musste die Runde mehrmals zur Ordnung rufen. Besonders der Vortrag von Heinrich Duepmann erregte die Gemüter - im positiven wie im negativen Sinn.
Der Vorsitzende einer Stromverbraucherschutz-Organisation aus Nordrhein-Westfalen rollte das Thema Erneuerbare Energien und das dazugehörige Gesetz (EEG) von der technischen Seite auf. "Nur fünf Prozent sind in Deutschland direkt von den Windkraftanlagen betroffen", legte der Ruheständler dar. "Das ist eine verschwindende Minderheit." Aus diesem Grund müsse man Argumente dagegen finden, die für alle gelten. Die sah Duepmann gleich in mehreren Faktoren: Wind sei nicht planbar und der unweigerlich auftretende Überschuss nicht speicherbar. Er erkannte Transportprobleme zu den Verbrauchern und übermäßige Kosten bei der Wartung der Windräder.
Also zurück zur Atomenergie? Ganz und gar nicht: "Atomkraft ist in Deutschland Geschichte", erklärte der Aktivist. Im Moment sei ein Ausstieg möglich und finanzierbar, "wenn man nur den EEG-Quatsch lässt". Dessen Urheber nannte Duepmann "Narren" und "Verbrecher".
Dann vielleicht doch Strom über CCS-Speicherung im Boden? Nein, auch diese Technik verwarf der Sachverständige. "Die Verpressung im Boden ist nicht vertretbar", sagte er. Deren Vertreter versündigten sich an der Zukunft Deutschlands.
Den Ausweg sah Heinrich Duepmann in einem Bekenntnis zu Altbekanntem: "Wir haben auf absehbare Zeit keinen Mangel an fossilen Brennstoffen." Ein Standpunkt, den einige im Publikum teilten, der andere aber eher aufregte.
"Ich habe selten so großen Blödsinn gehört", meldete sich der Amtsdirektor von Golzow, Lothar Ebert, zu Wort. Der Gedanke, einen größtmöglichen Teil der Bevölkerung mit den Argumenten mitzunehmen, begrüßte der Politiker, die "ideologischen Bauklötze", die der Experte in seinem Vortrag aufgetürmt habe, lehnte er hingegen ab. Ebert sah die Befindlichkeiten der Anwohner nicht ausreichend berücksichtigt. Auch sein Kollege Karsten Birkholz vom Amt Barnim-Oderbruch kritisierte Duepmann: "Ein Konzept für die Zukunft strahlt Ihr Vortrag nicht aus", erklärte der Amtsdirektor. Für Petra Dahms lag das eigentliche Problem, das es an diesem Abend zu besprechen galt, ganz woanders: nämlich bei der Suche der Landesregierung nach geeigneten Flächen für die Windräder. "Da wird nur geguckt: "Wie wird der Plan erfüllt?'", sagte die Regionalrätin aus Beiersdorf. Es werde aber nicht geprüft, wie viel wirklich möglich sei. "Die Frage, "Warum macht man das?', werden wir nicht beantworten können", schloss die erklärte Windkraft-Gegnerin ihren Rede-Beitrag.
Das sah auch Sigrid Lüneberg so. "Überlassen wir die Lösung der Energiewende den Fachleuten", rief die Sprecherin von "Gegenwind im Oderbruch" in die Runde. Sie lenkte die Veranstaltung auf ihr eigentliches Thema: auf den Erhalt der Kulturlandschaft Oderbruch. "Unsere Dörfer verkommen durch die Energiewende, wenn das so weitergeht", warnte die Rednerin.
Der Tourismus sei ein wichtiger Faktor, mit den Windparks würde dem die Basis genommen. "Was haben wir hier außer Landschaft?", fragte die Aktivistin. Ihre Antwort: "Nichts." Sigrid Lüneberg wunderte sich über die Eile, mit der die Energiewende umgesetzt werde. "Was jagt uns denn?", wollte sie wissen und antwortete wieder selbst: "nur das Geld". Erneut wurde es unruhig im Plenum. Diesmal jedoch aus Zustimmung.






Windenergie Sonderaktion: "Erneuerbare Energie und Bürgerakzeptanz"

Ein Beitrag aus dem Dialogforum "Direktzu", Energiepolitik für Brandenburg
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Warum sind bei neuen, höheren WKA die Abstandsregelungen zu menschlichen Siedlungen nicht korrigiert worden? Wie bekannt ist , sind Abstandsregelungen von 500m zu akzeptieren. Diese galten für Windräder von ca. 80m als verbindlich. Nun aber sind wir mit WKA in einer Höhe über 200m konfrontiert. Ist das nicht juristisch anfechtbar? Hinzukommt, dass wir im Oderbruch eine flache Landschaftsstruktur haben. Das Oderbruch ist eine einzigartige Kulturlandschaft, die es zu bewahren gilt. Diese hohen WKA zerschneiden die wunderschönen Weiten und führen zur Zerschlagung des Tourismus in dieser Region. Wer bezahlt die Entschädigungen für die entwerteten Häuser und Grundstücke? Wenn nicht eine politische Verantwortung für diese Energiepolitik in Brandenburg endlich übernommen wird, werden die Bürgerinnen und Bürger ihre demokratischen Rechte einfordern. Diesen notwendigen Strukturwandel der Gesellschaft, der durch die "Energiewende" zwingend wird, ist nur mit der Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger zu erreichen. Genau das geschieht unzureichend. Ich bin dankbar, dass diese Kommunikationsplattform eingerichtet wurde. Sie entbindet aber nicht die Kommunalpolikerinnen und -poliker von einer verantwortungsvollen Kommunikationsform, die die Bewohnerinnen und Bewohner bei Entscheidungsfindungen einbezieht.
Bitte suchen Sie nach Windeignungsgebieten, die keine Gefahr für Menschen und Tiere darstellen und eine Horizontbebauung ausschließen.
Prof.Dr.Hannelore Scholz-Lübbering




Gespräch mit Herrn Rüdiger Rietzel- Leiter der Regionalen Planungsgemeinschaft Oderland-Spree

Am 29.10. 2012 um 10.30 Uhr übergaben in Beeskow Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerinitiative Gegenwind im Oderbruch aus Golzow, Oderaue und Neulewin ihre Stellungnahmen zu den Entwürfen von Windeignungsgebieten. Aus Golzow übergab Frau Rita Kosa über zweihundert Einwende gegen den Entwurf des Windeignungsgebietes in dieser Gemeinde. Gegen das geplante WEG Nr. 46 in Neulewin sprachen sich 542 Personen aus. Ihre Stellungnahmen übergab die Sprecherin Frau Sigrid Lüneberg. In der Gemeinde Oderaue wurde kein WEG ausgewiesen. Die Gemeindevertretung von Oderaue hatte vehement gegen diese Entscheidung Einspruch erhoben, ohne die Bürgerinnen und Bürger darüber ausreichend zu informieren. Deshalb kam es zu heftigen Diskussionen. Herr Uwe Schulz und Frau Nancy Ziethen übergaben über 400 Stellungnahmen von Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Oderaue gegen den Beschluss der Gemeindevertreter. Herr Rietzel nahm sich zwei Stunden Zeit, um mit den Vertreterinnen und Vertretern der Bürgerinitiative seine Entwürfe zu diskutieren. Anhand von Karten des Gebietes Oderland-Spree entwickelte er die Ausschlusskriterien für WEG. Die anschließende Diskussion umfasste folgende Fragenkomplexe:

Müssten bei der Planung nicht bereits Belange des Naturschutzes, des Landschaftsschutzes, des Hochwasserschutzes, der Besonderheiten von Bodenqualitäten berücksichtigt werden?

Stellen die Abstandsregelungen von ca. 1000m "Abwägungsdistanz" nicht eine Gefährdung für die Gesundheit der Anwohner dar?

Wer zahlt die Entschädigung für die entwerteten Häuser und Grundstücke?

In Golzow klagen die Agrargenossenschaft und Anwohner gegen die Planung, weil u.a. ein Bewässerungssystem in dem WEG liegt. Muss diese Besonderheit nicht schon bei der Planung bedacht werden?

Herr Kulke verwies auf die Auswirkungen auf den Tourismus im Oderbruch.

Es ging auch um die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger. Das EEG und die Umsetzung im Land Brandenburg wurden massiv kritisiert. Es mangelt an der Entwicklung von Speichertechnologie und Stromtrassen. Ist nicht diese unkoordinierte, verantwortungslose Energiepolitik des Landes Brandenburg Ursache dafür, dass Bürgerinnen und Bürger diesen Strukturwandel der Gesellschaft nicht mit tragen wollen.

Frau Ziethen aus der Gemeinde Oderaue betonte, dass ein Dialog stattfinden müsse und keine Entmündigung der Bevölkerung. Sie forderte eine demokratische Umgangskultur, um die Interessen der Bevölkerung bei diesem brisanten Vorhaben einzubeziehen.

Abschließend erläuterte Herr Rietzel das Prozedere der Genehmigungsverfahren und versicherte, dass alle Einwendungen geprüft und die planungsrelevanten bedacht werden. Wir bedanken uns für die Möglichkeit des Austausches bei dem Leiter der Planungskommission Oderland-Spree.
"Bürgerinitiative Gegenwind im Oderbruch"
Prof. Dr. Hannelore Scholz-Lübbering





    Stellungnahme zum Entwurf des Regionalplanes Oderland-Spree
    (Windeignungsgebiet Neulewin-Wriezen Nr. 46)


    Sehr geehrter Herr Rietzel,
    wir sind eine 2010 gegründete Bürgerinitiative, die mehrere Orte des Oderbruches vereint. In dieser sind Bürgerinnen und Bürger aus unterschiedlichen sozialen Schichten und vielfältigen Berufen vertreten.
    Die Mitglieder der Bürgerinitiative wenden sich gegen die Fortschreibung des Regionalplanes Oderland-Spree- Entwurf Sachlicher Teilregionalplan "Windenergienutzung"- in Bezug auf die Eignungsfläche Nr. 46, weil sowohl private der Einwohnerinnen und Einwohner als auch öffentliche Belange bei diesen Planungen ungenügende Berücksichtigung fanden.
    Uns ist bekannt, dass es sich um eine Regionalplanung handelt, die nicht konkret auf jede Einzelheit eingehen kann. Aber, den Regionalräten der Planungskommission war bekannt, dass im Jahre 2010 die Gemeinde Neulewin sich einstimmig gegen die Errichtung einer Windenergieanlage in der Gemeinde ausgesprochen hatte.
    Jetzt aber sind wir mit Planungen konfrontiert, die den erklärten Bürgerwillen außer Kraft setzen.
    Aus unserer Sicht wird es keine "Energiewende" geben, sondern einen "Strukturwandel der Öffentlichkeit" (Habermas), d.h. einen Strukturwandel der Gesellschaft.
    Diesen Wandel können wir nur durch die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger erreichen. Genau das aber geschieht nicht.
    Es soll hier ausdrücklich klargestellt werden, dass wir nicht gegen Windkraftanlagen sind, aber gegen Windparks in unserer Gemeinde und im Oderbruch. Sie sollten dort stehen, wo sie effektiv sind (Nordsee) und wenig Schaden anrichten. Wir befürworten die Notwendigkeit erneuerbarer Energieerzeugung, sind aber der Meinung, dass es einen verantwortungsvollen, kontrollierbaren Energiemix geben muss.
    Der Bundesumweltminister Peter Altmaier hat am 12.10.2012 ein Grobkonzept für die Neuordnung des Erneuerbaren- Energie-Gesetzes (EEG) vorgelegt (Vgl. FAZ, 12.10.2012, S.2). Den Zwang zur Reform begründete er damit, dass der Ausbau der regenerativen Energien schneller voranschreite als geplant- und dadurch teurer werde als erwartet. Altmaier forderte, dass dieser Prozess der "Energiewende" besser geplant und koordiniert werden müsse. Maßstab dieser Reformansätze zum weiteren Ausbau der Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Biomasse und Wasserkraft sind verbindliche Ausbauziele. Brandenburg hat schon mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, ohne die gezielte, koordinierte Planung zu berücksichtigen.

    1. Die WEG Nr. 46 ist abzulehnen, weil die auf der Planungsebene erforderlichen Kriterien des Naturschutzes, des Landschaftsschutzes, des Boden- und Wasserschutzes und der Landwirtschaft in dem "Umweltbericht" unzureichend Berücksichtigung fanden. Die Angaben sind unkonkret.

    2. Die zu erwartende Energiemenge im WEG Nr.46 übersteigt die Kapazität der vorhandenen Leitungsnetze. Die Entwicklung der Speichertechnologie steckt noch in den Anfängen. Das Problem des Netzausbaus und der Stromspeicherung, die heute erst in sehr geringem Ausmaß zur Verfügung steht, verbietet geradezu die Ausweisung. Das wurde bei der Planung nicht berücksichtigt.

    3. Das Oderbruch ist geprägt von flachen Landschaften. Immissionen, die die Anwohner der Orte in der Gemeinde treffen, werden sind durch die Höhe der Windräder enorm auswirken. Es handelt sich außerdem um eine Industrieanlage mit Windrädern. Das bedeutet, dass nicht nur die Schallprognosen zu beachten sind, sondern auch die Impulshaltigkeit von Windkraftanlagen ( Vgl. Urteil des bayrischen Verwaltungsgerichtshofes vom 17.11.2011 und vom 14.08.2012) im Bereich der Regionalplanung. Das WEG Nr.46 befindet sich in unmittelbarer Nähe von Dörfern der Gemeinde Neulewin. Das wurde bei dem Planvorhaben mit der ungenauen Angabe von 1000m "Abwä gungsdistanz" zu wenig bedacht. Auch Infraschallbelastungen müssen nach neuesten Kriterien überprüft werden.

    4. Schattenwurf und Blinkeinrichtungen erzeugen eine ständige Unruhe und führen zu gesundheitlichen Schäden und psychischen Erkrankungen wie Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche.

    5. Diese Planung verletzt nachhaltig den Nachbarschutz, weil sie zur Verbauung des Horizontes führt (Landschaftsschutzbeurteilung Prof. Nohl). Es muss von einer Vielzahl von Windrädern ausgegangen werden, die eine unzumutbare optische Beeinträchtigung darstellen. Aufgrund der flachen Landschaft ist die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes nicht hinnehmbar.

    6. Die Planungskommission hat die zu erwartenden Wertminderungen der Grundstücke außer acht gelassen. Windenergieanlagen in der vorgesehenen Höhe haben nicht nur "bedrängende Wirkung" (Brauns), sondern führen auch dazu, dass der Grundstücks-wert erheblich sinkt. Der Eigentümer ist durch Art.14 Abs.1 Satz 1GG davor geschützt, dass sein Eigentum durch die öffentliche Hand so stark gemindert wird. Dies ist eine rechtlich nicht zu akzeptierende Situation.

    7. Für das WEG Nr. 46 wurden Belange des Naturschutzes nicht ausreichend geprüft. Der Vogelschutz und der Fledermausschutz werden in diesem Planungsgebiet unzureichend beachtet (zu den Kriterien vgl. OVG Thüringen, U. v. 29.01.2009).

    8. Der Umweltbericht enthält keine konkreten Angaben zum Schutz von Fledermausarten, Störchen und weiteren geschützten Vogelarten. Ein Sachverstän-digengutachten, das Beobachtungen über ein Jahr enthält, ist notwendig.

    9. Die Landwirtschaft in Neulewin ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Umwandlung von wertvollem Ackerland (Bodenwertzahl 50) in Windkaftanlagen gefährdet Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und die Versorgungssicherheit bei Nahrungs- und Futtermitteln. Die Standort-Bedingungen des WEG Nr.46 wurden nicht ausreichend belegt.

    10. Das Oderbruch ist ein Hochwasserrisikogebiet und es weist eine Reihe von hydrologischen Besonderheiten auf. Die Wasserleitsysteme finden nicht die erforderliche Beachtung, obwohl es bereits im WEG 7 zu Standsicherheitsrisiken gekommen ist. Im nicht ausreichend tragfähigen Boden des Oderbruches verbieten sich weitere große Anlagen von Windkraft.

    11. Windkraftanlagen beeinträchtigen erheblich eine der reizvollsten Niederungs-landschaften Mitteleuropas. Die wechselvolle Geschichte dieser Region hat eine Vielzahl Spuren hinterlassen. Das Gebiet um Neulewin hat sich zu einem begehrten Tourismusziel entwickelt. Hier entstanden Pensionen, Radwege, die Fähre, die auf die polnische Seite über die Oder fährt, Rad- und Wanderwege. Die neuen Windkraftanlagen vermindern erheblich den Erholungswert der Landschaft.

    12. In Neulewin ist erst vor Kurzem auf Funkbasis eine Breitbandinfrastruktur installiert worden. Negative Auswirkungen auf Funk, Fernseh- und Rundfunkempfang sind zu befürchten. Das würde sich besonders im Brand- und Katastrophenfall bemerkbar machen. Die vorhandene Kommunikationsstruktur ist zu erhalten.

    Aus den aufgeführten Gründen ist von einer Realisierung des geplanten Windparks in der Gemarkung Neulewin-Wriezen Nr. 46 abzusehen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Prof. Dr. Hannelore Scholz-Lübbering
    Bürgerinitiative "Gegenwind im Oderbruch"





      Veto
      gegen den Bau von Windkraftanlagen in Neulewin Die Landesregierenden von Brandenburg sind in einer Planungsphase von Windenergieparks, die Anlass zu größter Besorgnis gibt. Die Entwürfe der Windeignungsgebiete auch für Neulewin der Regionalen Planungskommission liegen vor. Die Gemeindevertretung von Neulewin hat am 20.06.2012 mit nur zwei von vier Stimmen einem Bebauungsplan für Windräder in der Gemeinde Neulewin zugestimmt. Alle weiteren Vertreterinnen und Vertreter waren wegen Befangenheit nicht stimmberechtigt. Können zwei Personen darüber entscheiden, ob eine ganze Gemeinde zukünftig und für weitere Generationen mit enormen Einschränkungen leben muss? Die wenigen Landbesitzer, die aus Profitgier handeln, sollten zur Verantwortung gezogen werden. Wir, die Bürgerinitiativen des Landes Brandenburg, wehren uns und fordern: Stoppt die Planung und den Bau dieses Windparks!

    • 1. Die aktuelle Diskussion in Deutschland und Europa zu "Pro und Contra Windkraft" belegt eindrucksvoll, dass nur ein minimaler Anteil am gesamten erzeugten Strom erreicht werden kann. Die Wetterabhängigkeit führt dazu, dass lediglich 3-4 Monate überhaupt Strom erzeugt wird. Die geringen Energiebeträge einerseits und andererseits die hohen Investitionskosten belasten die Volkswirtschaft und den Steuerzahler.
    • 2. Es ist inzwischen unbestritten, dass die Windkraftanlagen der Gesundheit von Menschen schaden. Wer zahlt die Kosten für die Verringerung der Lebensqualität?
    • 3. Die Menschen erleben nicht nur die Entwertung ihrer Grundstücke und der sie umgebenden Landschaft, also die Vernichtung ihrer Heimat durch die radikal verfremdeten Natur- und Erholungsbereiche, sondern leiden auch an Schlafstörungen, Schwindelgefühl, Herzrhytmusstörungen.Wer ist dafür verantwortlich?
    • 4. Die Höhe der Windräder wird ca.140 Meter hoch sein. Die Abstandsregelungen aber wurden für Höhen von 80 Meter vom Land mit 500 Meter zu Wohnsiedlungen festgelegt. Der Entwurf sieht für Neulewin eine Abstandserwägung von 1000 Meter vor. Wer garantiert das? Der Anstand sollte mindestens 2000 Meter betragen.
    • 5. Windräder gefährden auch die Tierwelt. Umweltschützer haben mehrfach davor gewarnt Warum werden ihre Einwände nicht unbürokratisch akzeptiert?
    • 6. Durch den Bau von Windparks auf landwirtschaftlichen Flächen von hoher Bodengüte wird den Landwirten ihre Existenzgrundlage entzogen. Wer wird die schweren Störungen im Sozialgefüge ländlicher Gemeinden abfangen?
    • 7. In einigen Gebieten Brandenburgs wie z.B. dem Oderbruch entwickelt sich der Tourismus sanft. Wer gleicht den Wegfall der Arbeitsplätze aus, wenn Touristen ausbleiben, weil sie keine Landschaften sondern Industrieparks vorfinden?


    • Wer handelt so unverantwortlich und entscheidet gegen den Willen der Bevölkerung? Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde hatten sich gegen die Windkraftanlagen entschieden. Die Entmündigung durch die Politikerinnen und Politiker Brandenburgs werden wir nicht kampflos hinnehmen.

      Prof. Dr. Hannelore Scholz-Lübbering
      Bürgerinitiative "Gegenwind im Oderbruch"





    Zehn Punkte- Papier

    • 1.Schon vor einem Jahrzehnt haben 105 deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Künstlerinnen und Künstler vor den ökologischen, ökonomischen sowie gesundheitlichen Folgen der sinnlosen Windenergienutzung gewarnt - leider ohne Erfolg. Das Darmstädter Manifest ist aktueller denn je. (www.sturm-im-storm.de)
    • 2. Politiker und die Anbieter von Windkraftparks klären nicht hinreichend auf. Im Gegenteil: die ADienbieter locken mit finanziellen Angeboten, die nicht annä-hernd in einem angemessenen Verhältnis zur Entwertung der Landschaft und der Grundstücke stehen.
    • 3.Die Landesregierenden von Brandenburg sind in einer Planungsphase von Windenergieparks, die Anlass zu größter Besorgnis gibt. Die faszinierende Oderbruchlandschaft ist ein kostbares Gut, welches in Industriegebiete zergliedert werden soll. Gefördert wird eine Windenergienutzung, die als alternative besondere Variante gelobt wird, ohne die Wirkungen und Folgen hinreichend einschätzen zu können. Mehr als 50 Bürgerinitiativen kämpfen mit bisher geringem Erfolg gegen die Errichtung von Windanlagen in ihrer Re-gion (Sprecher der VOLKSINITIATIVE, Thomas Jacob, jacob@bluewood.de).
    • 4.Die im Oderbruch geplanten Windgeneratoren zerstören nicht nur das charakteristische Landschaftsbild, das bisher von Deichen, Dörfern, Kirchen, Schlössern geprägt wurde, sondern bergen auch Gefahren für Mensch und Tier. Die teilweise über hundert Meter hohen geplanten Windkrafträder sind in unerträgliche Nähe zu menschlichen Ansiedlungen gerückt.
    • 5.Die erdrückenden Dimensionen der Anzahl der geplanten Parks verfremden radikal wertvolle Natur- und Erholungsbereiche. Die Menschen erleben statt naturnaher Landschaften bedrohliche Industriezonen. Die Windparks in dieser Landschaft verhindern die Entwicklung eines naturnahen Touris-mus. Für die strukturschwache Region des Oderbruchs bedeutet dies einen Abbau von weiteren Arbeitsplätzen und das Ansteigen der Fluktuation von Jugendlichen, die ihre Heimat verlassen müssen.
    • 6.Die aktuelle Diskussion in Deutschland zu "Pro und Contra Windkraft" hat weitere Argumente aufgelistet: Windenergieanlagen können nur einen minimalen Anteil am gesamten erzeugten Strom erreichen und sie sind wetterabhängig. Sie belasten die Volkswirtschaft, weil sie geringe Energieerträge einerseits und andererseits hohe Investitionskosten nach sich ziehen.
    • 7.Windkraftanlagen schaden der Gesundheit: Rückgang der Lebensqualität durch Schattenwurf Gesundheitsgefährdung durch Infraschall Gesundheitsgefährdung durch Eiswurf Gesundheitsgefährdung durch Lärm Immer mehr Menschen, die in der Nähe von Windparks wohnen, bezeichnen ihre Lebenssituation als unerträglich. Sie klagen über Symptome wie Herz rhythmusstörungen, Angstzustände, Schlafstörungen, Schwindelgefühl, die von Infraschalleinwirkungen bekannt sind. Gesundheitliche Risiken sind bisher kaum untersucht.
    • 8.Windräder gefährden auch Tiere, insbesondere Vögel. Sie werden auf ihrem traditionellen Flug im Oderbruch durch die Windräder irritiert und von ihren Brut-, Rast und Nahrungsplätzen vertrieben.
    • 9. 1.Wir fordern angesichts schwerster Schäden, die dem Oderbruch im Land Brandenburg drohen, den ökologisch und ökonomisch sinnlosen Ausbau der Windenergienutzung in dieser Region zu stoppen.
    • 10. 1.Kämpfen wir gemeinsam gegen eine unkritische Technikförderung und für den Erhalt dieser traditionsreichen, einmaligen Kulturlandschaft Oderbruch.
      Prof. Dr. Hannelore Scholz-Lübbering





    Die "Märkische Oderzeitung" schreibt am 23. März 2010:
    Sturmlauf gegen Windkraft
    Seelow (dos) Scharfe Kritik an der Informationspolitik des Landes zum Thema erneuerbare Energien hat es aus der Regionalversammlung der Planungsgemeinschaft Oderland-Spree gegeben. Bei der Beratung in der Kreisstadt von Märkisch-Oderland stand das Thema Windeignungsgebiete im Mittelpunkt. Die Regionalversammlung soll bis November den Entwurf eines neuen Teilplans Windenergie vorlegen. Oberste Priorität habe der Ausbau der Windernergienutzung, so Volker Scheps vom Umweltministerium. Sie soll 45 Prozent des erneuerbaren Energieanteils ausmachen. In der Planungsgemeinschaft (Märkisch-Oderland, Oder-Spree und die Stadt Frankfurt) stehen auf knapp einem Prozent der Fläche 362 Windkraftanlagen. Nötig sei eine Verdoppelung. Die Planungsgemeinschaft soll die Gebiete ausweisen. Schon jetzt laufen Bürgerinitiativen dagegen Sturm. Manfred Zalenga (parteilos), Vorsitzender der Planungsgemeinschaft und Landrat von Oder-Spree, verwies auf die schon vor Jahren aus dem Gremium geäußerte Kritik zur Informationspolitik des Landes. Scheps informierte, dass Potsdam demnächst eine Kommunikationsstrategie vorlegen will, um eine bessere Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu erreichen. Das sei lange überfällig, so Zalenga. Scheps hatte zudem angekündigt, dass Restriktionsflächen, wo Windradbau derzeit nicht möglich ist, auf den Prüfstand sollen. Es werde diverse neue Festlegungen durch die Landesregierung geben. Die Planungsgemeinschaft kritisierte, dass es kein Gesamtkonzept gebe. Nötig sei, ähnlich der Ausweisung von Windeignungsgebieten, auch eine Steuerung von Biogasanlagen und Solarparks. Dienstag, 23. März 2010 (17:17)




    Mit Adleraugen: Die Bewohner mitnehmen
    Von Doris Steinkraus
    Warum muss Brandenburg bei Windenergie einen Spitzenplatz einnehmen? Bei uns werden schon Biogasanlagen und Solarparks gebaut. Muss das nicht gegengerechnet werden, wenn noch größere und leistungsstärkere Windräder in den Himmel wachsen? Wie sieht die CO 2 -Bilanz in unserem Gebiet aus? Fragen, die viele Bürger immer wieder stellen, wenn es um die Ausweisung neuer Windeignungsgebiete geht. In den Kommunen kocht der Bürgerunmut. Die offiziellen Antworten darauf sind derzeit dürftig. Sie enden in der Regel mit dem Verweis auf die Energiestrategie des Landes. Deren Inhalt ist zwar löblich, aber bisher wurden die Menschen kaum einbezogen. Man meinte, mit dem gern zitierten Klimaschutz-Argument alles erklärt zu haben. Doch damit lassen sich mündige Bürger nicht abspeisen. Jetzt will das Land nachsteuern. Es wird schwer sein, das verloren gegangene Vertrauen in die Politik wieder zu gewinnen. Zum Nulltarif wird das nicht zu haben sein. Dienstag, 23. März 2010 (17:14)





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